Cafe Karussell, offenes Treff für schwule Männer jenseits der 60 und ihre Freunde
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Liebe Freunde des Cafe Karussell,
Auch wenn es jetzt doch vielleicht etwas kälter wird, sehen wir uns hoffentlich auch im November im "Cafe Karussell", dem offenen Treff für schwule Männer ab 60 Jahre und ihre Freunde. Auch jüngere Schwule sind übrigens herzlich willkommen. Die Veranstaltungen finden jetzt wieder regelmäßig am 1. und 3. Dinstag des Monats statt.

Die zwei Veranstaltungen im November stehen unter dem Motto "Schwule Frauenidole und unsichtbare Lesben"
Treffpunkt ist wie immer das Switchboard, Alte Gasse 36, Frankfurt am Main von 14:30 bis ca. 18 Uhr statt. Öffnung ab 14:30 Uhr mit Kaffee und Kuchen und ab ca. 15:30 Uhr gibt es folgende Themen:

06.11.2018:
Zarah Leander und ihr unbekannter, schwuler Liedtexter Bruno Balz.. Welcher schwule Mann kennt sie nicht die wundervoll sehnsüchtigen Worte "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen", gesungen von Zarah Leander?
Aber wer kennt den Mann, der dieser späteren Frauen-Ikone der Schwulen die Texte geschrieben hat? Während der NS-Zeit zweimal wegen homosexueller Handlungen inhaftiert, gelang es ihm nur dank der Intervention seines kongenialen Komponisten-Kollegen, Michael Jary, eine Haftverschonung zu erreichen.
Jary behauptete, er könne ohne Balz nicht die von Goebbels geforderten Lieder in dem Durchhalte-Film "Die große Liebe" fertigstellen.
Seine Fähigkeit auch noch in großer Gefahr subversive Texte schreiben zu können, zeichnete Bruno Balz aus. Bis zu seinem Rückzug ins Private schrieb er bis 1960 über 1000 Chansons, Schlager und Liedtexte für alle bekannten Künstler des deutschen Schlager-Business.
Dietmar Botzet und Hans-Peter Hoogen zeigen in ihrem mit Bildern und Liedbeispielen illustrierten Vortrag zunächst Ausschnitte aus der Karriere von Zarah Leander und anschließend biografische Einzelheiten aus dem Leben des Bruno Balz.
 
20.11.2018:
Weiblich, unverheiratet, studiert: Ottilie W. Roederstein und Dr. med. Elisabeth Winterhalter. ilie W. Roederstein und Dr. med. Elisabeth Winterhalter. Eine damals in Frankfurt sehr bekannte Malerin und die erste niedergelassene Frankfurter Frauenärztin waren zwischen 1891 und 1909 ein öffentlich bekanntes Frauenpaar, ohne dass dafür das Wort "Lesben" verwendet worden wäre.
Roederstein nimmt an zahlreichen Ausstellungen in Berlin, München, Zürich und Paris teil. Sie hat beste Kontakte zu bekannten Kunsthändlern und ist mit der Eigentümerfamilie der Farbwerke Höchst, mit den Bankiers Goldschmidt und der Familie vom Rath befreundet.
Zu ihrem 70sten Geburtstag wird sie mit der Ehrenplakete der Stadt Frankfurt geehrt. Ihre Lebensgefährtin Elisabeth Winterhalter ist engagierte Medizinerin und in der Frauenbildungsbewegung aktiv.
Mit den selbstbewussten Vorläuferinnen der Lesben- und Schwulenbewegung beschäftigt sich die von der Heussenstamm-Stiftung in Auftrag gegebene Studie, die von der Kunsthistorikerin Karin Görner durchgeführt wurde.
Die vielfältigen emanzipatorischen Einflüsse dieser beiden Frauen in der Frankfurter Stadtgesellschaft wird uns die Autorin in einem spannenden Vortrag präsentieren.
Ich freue mich auf euer zahlreiches Erscheinen.

Herzlich
Michael Holy
Leiter Cafe Karussell
 
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