Unser Aufruf richtet sich an alle Menschen, die für die Trennung zwischen Staat und Kirche/Religion eintreten,
 
und für die Trennung zwischen der wissenschaftlichen Forschung und Lehre und der religiösen Verkündung.

Schutz der "religiösen" Gefühle von Atheisten!
Es ist unerträglich. Die auf religiöse Neutralität verpflichteten öffentlich rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten und andere Medien machen ständig Reklame für die religiöse Sichtweise irgendwelcher Religionsführer, die sich ihrerseits gegenseitig bekämpfen und über jedes offene Wort sofort in ihren religiösen Gefühlen beleidigt fühlen. Wo bleiben die Rechte der Menschen, die Ihr Recht wahrnehmen, keinen Religionsverkündern zu folgen?

Religionsführer werden als Sprachrohre der Menschen ausgegeben, es wird in den Medien behauptet, dass "Werte" fehlen. Wem fehlen denn welche Werte?

Religionsführer drängen mit ihren Interessen in die politischen Entscheidungen. Sie versuchen die Politik, zum Bespiel die Rechtsprechung, die Familien- und die Bildungspolitik in ihrem Sinne zu beeinflussen, und Politiker lassen sich gerne zugunsten ihrer eigenen Karrieren religiös unterstützen, und sie unterstützen dabei natürlich auch die entsprechenden Religions-Organisationen und deren Interessen.

Es gibt die angeblich verletzten Gefühle von irgendwelchen Religionsangehörigen, wenn mal wieder jemand von seiner Meinungsfreiheit Gebrauch machte, und die Medien beeilen sich dann geflissentlich, eher die Meinungsfreiheit einzuschränken, als solche Anmaßungen zurückzuweisen.

Die Trennung zwischen Kirche und Staat sowie zwischen Wissenschaft und Religion ist eine historische Errungenschaft der Menschheit durch die französische Revolution, die bekanntlich den Adel gestürzt hat.
Der Adel nutzte und nutzt überall auf der Welt als Herrschaftsideologie die jeweilige vorherrschende Religion, und der adlige Herrscher wurde immer "von Gott eingesetzt".

Nicht irgendeine Religionsorganisation hat die Menschen von unterschiedlichem Stand vor dem Recht gleichgestellt, hat rechtlich die Frau dem Mann gleichgestellt und hat das Selbstbestimmungsrecht des Menschen über seinen eigenen Körper erstritten, so dass zum Beispiel auch ein unbehelligtes homosexuelles Leben weitgehend möglich wurde. Solche emanzipatorischen Errungenschaften konnten dann teilweise oder ganz erstritten werden, wenn Religionsorganisationen und Staats- bzw. Regierungsorganisationen voneinander getrennt waren und sind.
Dies schützt auch vor Kämpfen zwischen den unterschiedlichen Religionen und das demokratische Recht der Religionsfreiheit.

Immer wieder beklagen sich Religionsführer, dass die Religionsausübung unterdrückt werde, wenn ihnen verwehrt wird, auf die Gesetzgebung, die Innen- und die Außenpolitik des Staates Einfluss zu nehmen.

Es ist das Recht jedes Menschen an irgend ein Überwesen zu glauben, wenn er eben daran glaubt, es ist aber nicht sein Recht, andere Menschen unterdrücken zu wollen, wenn diese an so etwas nicht glauben.
Und so ist es das Recht eines jeden einzelnen Menschen, sein eigenes Leben so zu gestalten, wie er es im Sinne seiner Religionsführer freiwillig tut, denen er glaubt, aber kein Mensch hat das Recht, eine andere Entscheidung eines Menschen zu diesen Fragen zu bekämpfen oder gar diesen Menschen zu bekämpfen.

Religiös verhetzte Menschengruppen, die mit ihrem primitiven gut-böse-Glauben bzw. wir-und-die-anderen-Glauben enthemmt werden und Grausamkeiten gegen andere Menschen begehen können, sind ebenso gefährlich wie nationalistisch verhetzte Menschengruppen, die mit ihrem primitiven oben-unten-Glauben bzw. wir-und-die-anderen-Glauben enthemmt Grausamkeiten gegen Menschen begehen können. Sie stellen beide ein große Gefahr für uns alle dar.

Es ist eine Lüge, dass das demokratische Akzeptieren von Menschen anderer Art, dass Frieden und Menschlichkeit Errungenschaften der Religionen seien. Sie sind eine Errungenschaft der Aufklärung und des Humanismus.

Einer der größten humanistischen Aufklärer beschreibt die Funktion von Religionen, und hierin geben wir ihm Recht:
"Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt der herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks. Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusion über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist."

Karl Marx, Frühschriften


Die wissenschaftliche biologische Forschung über die Entwicklung der Arten bekommt auch in Deutschland zunehmend den religiösen Mythos der Kreationisten, die als Wissenschaft ausgegebene Schöpfungsgeschichte also, in der Lehre als "wissenschaftliche Alternative" zur Seite gestellt, so z.B. auch durch die frühere christdemokratische Kultusministerin in Hessen.
 
In der technischen Hochschule Chemnitz wurden die Umpolungsversuche an Homosexuellen in Missionsierungsveranstaltungen des deutschen Ablegers einer amerikanischen Missionierungsgesellschaft mit Räumen und Sachmitteln unterstützt.
Das führt dazu, dass das ohnehin schwierige Coming-out unter tragischen Umständen um Jahre verzögert werden kann.

Es wird höchste Zeit, dass sich die Anhänger der Aufklärung und des Humanismus gemeinsam zur Wehr setzen!
 
 Gruppen, Verbände, Unternehmen usw. können hier so unterzeichnen,dass dies aus dem Eintrag unter "Funktion/Beruf" hervorgeht , z.B.:
 
 Vorname  Nachname  Funktion/Beruf  Stadt
 Joachim  Schönert Dozent/Rentner  Wiesbaden
 Thomas  Steiner Geschäftsführer der Zeitschrift LUST  Wiesbaden
 Renate  Schönert Sprecherin der Gruppe ROSA LÜSTE  Wiesbaden
 
Die einzugebene E-Mail-Adresse dient nur dem Schutz gegen Faker usw, Sie wird von uns nicht mit veröffentlicht. Einträge ohne E-Mail-Adresse veröffentlich wir nicht.
Bitte unterzeichne diesen Aufruf
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Wer schon unterzeichnet hat,
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ROSA LÜSTE
Postfach 5406, 65044 Wiesbaden
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E-Mail: gruppe@rosalueste.de
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